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ETF-Sparplan einrichten: So startest du deinen Vermögensaufbau

Rate festlegen, den passenden Broker für deine Sparrate finden, Intervall und Ausführung einstellen – die komplette Anleitung für Österreich.

Stand: Juli 2026

Schritt 1: Die richtige Sparrate bestimmen

Die beste Sparrate ist die, die du über Jahre durchhältst – nicht die höchstmögliche. Bevor du überhaupt investierst, gilt: Notgroschen zuerst. Drei bis sechs Monatsausgaben sollten täglich verfügbar am Konto liegen. Ohne diesen Puffer zwingt dich die nächste Autoreparatur womöglich, ETF-Anteile im schlechtesten Moment zu verkaufen.

Danach hilft eine einfache Rechnung: monatliches Nettoeinkommen minus Fixkosten minus realistische Lebenshaltung. Von dem, was übrig bleibt, kannst du einen Teil investieren – viele starten mit 50 bis 200 € im Monat. Wichtiger als die Höhe ist die Regelmäßigkeit: Ein Sparplan über 25 Jahre schlägt fast jede sporadische Einmalanlage-Strategie, weil er Disziplin automatisiert. Was aus deiner Rate langfristig werden kann, zeigt dir der Sparplan-Rechner.

Tipp: Lege den Sparplan-Einzug auf wenige Tage nach deinem Gehaltseingang. Was gleich investiert wird, kann nicht „versehentlich" ausgegeben werden – das Prinzip „Pay yourself first".

Schritt 2: Broker nach deiner Rate auswählen

Bei Sparplänen entscheidet die Gebührenstruktur relativ zur Rate. Grundsätzlich gibt es drei Modelle: komplett gratis (z. B. Trade Republic: alle ETF-Sparpläne 0 €), Fixgebühr pro Ausführung (z. B. flatex 1,50 €, easybank 1,25 €, George 1,00 €) und prozentuale Gebühr (z. B. DADAT 0,75 € + 0,175 %, bankdirekt 1,90 % vom Orderwert).

Der Effekt ist bei kleinen Raten enorm: 1,50 € Fixgebühr sind bei 25 € Rate satte 6 % Kosten – bei 500 € Rate nur 0,3 %. Umgekehrt bleibt eine prozentuale Gebühr bei jeder Rate gleich teuer. Dazu kommen Gratis-Aktions-ETFs: flatex führt über 600 Aktions-ETF-Sparpläne (u. a. Amundi, iShares, Vanguard) ohne Ordergebühr, bei DADAT sind rund 227 von 314 Sparplan-ETFs gebührenfrei (Vanguard, Xtrackers, Invesco, Franklin; Stand 06/2026), bei der easybank rund 130 Starpartner-ETFs. Wer seinen Wunsch-ETF in so einer Aktionsliste findet, bespart ihn auch bei Fixgebühr-Brokern kostenlos.

BrokerMindestrateKosten pro AusführungSteuereinfach
Trade Republic1 €0 €✓ steuereinfach
DADAT10 €0,75 € + 0,175 %; ETF-Aktion 0 €✓ steuereinfach
Erste Bank George10 €1,00 € fix✓ steuereinfach
flatex25 €1,50 €; 600+ Aktions-ETFs 0 €✓ steuereinfach
easybank50 €1,25 €; ~130 Starpartner-ETFs 0 €✓ steuereinfach
bankdirekt.at100 €1,90 % vom Orderwert✓ steuereinfach
Scalable Capital1 €0 €✗ E1kv nötig
XTB15 €0 € (Spread/FX beachten)✗ E1kv nötig
Trading 2121 €0 €✗ E1kv nötig

Beachte neben der Gebühr die Steuerfrage: Die gratis Sparpläne von Scalable, XTB und Trading 212 erkaufst du dir mit jährlicher Selbstveranlagung per E1kv – für die meisten Einsteiger ist ein steuereinfacher Broker die stressfreiere Wahl (Details hier). Den vollen Konditionen-Überblick findest du im Sparplan-Vergleich, dein persönliches Kostenszenario rechnet der Kostenvergleichs-Rechner.

Schritt 3: Intervall und Ausführungstag festlegen

Monatlich ist der Standard und für die meisten ideal. Manche Broker bieten mehr Flexibilität: Trade Republic etwa wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich; flatex und bankdirekt auch quartalsweise, halbjährlich oder jährlich. Bei der easybank gibt es nur monatliche Ausführung (am 10.), bei bankdirekt läuft der Sparplan am 5. des Monats.

Der konkrete Ausführungstag ist für die Rendite langfristig praktisch egal – Studien zu „bestem Kauftag" zeigen keine verlässlichen Muster. Wähle ihn also pragmatisch: kurz nach Gehaltseingang, damit das Verrechnungskonto gedeckt ist. Eine geplatzte Ausführung wegen fehlender Deckung ist der häufigste Sparplan-Stolperer.

Schritt 4: Ausschüttend oder thesaurierend?

Ein ausschüttender ETF überweist Dividenden aufs Verrechnungskonto, ein thesaurierender legt sie automatisch wieder an. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist thesaurierend meist praktischer: Der Zinseszinseffekt läuft ohne dein Zutun, nichts bleibt unverzinst am Konto liegen.

Steuerlich ist der Unterschied in Österreich kleiner als oft gedacht: Bei thesaurierenden Meldefonds werden jährlich „ausschüttungsgleiche Erträge" (ordentliche Erträge plus 60 % der realisierten Substanzgewinne) mit 27,5 % KESt besteuert – ein steuereinfacher Broker erledigt das automatisch, und die versteuerten Beträge erhöhen deine steuerlichen Anschaffungskosten, sodass beim Verkauf nichts doppelt besteuert wird. Es gibt also keinen „Steuertrick" pro Variante; ausschüttend eignet sich eher für alle, die laufende Erträge sehen oder nutzen wollen. Details im Guide ETF & Steuern in Österreich.

Schritt 5: Dynamisierung – die Rate mitwachsen lassen

Eine Dynamisierung erhöht die Sparrate automatisch, etwa um 5 % pro Jahr oder nach jeder Gehaltserhöhung manuell. Der Effekt ist größer als er klingt: Aus 100 € Startrate werden mit 5 % jährlicher Erhöhung nach 15 Jahren rund 198 € – und weil die höheren Raten früh genug kommen, wächst das Endvermögen deutlich stärker als bei konstanter Rate. Nicht jeder Broker bietet eine automatische Dynamisierung an; dann trägst du dir einfach einen jährlichen Kalender-Termin ein und erhöhst manuell. Bei DADAT sind übrigens zwei Sparplan-Änderungen pro Monat gratis, danach kosten sie 2,50 €.

Schritt 6: Sparplan anlegen – typische Einstellungen Schritt für Schritt

So läuft die Einrichtung in fast jeder Broker-App oder Weboberfläche ab:

  1. ETF suchen: Name oder ISIN eingeben, auf die Detailseite gehen und „Sparplan anlegen" wählen. Prüfe vorher, ob der ETF Meldefonds ist (so geht's) – und ob er auf der Gratis-Aktionsliste deines Brokers steht.
  2. Rate eingeben: Beachte die Mindestrate deines Brokers (siehe Tabelle oben, 1–100 €).
  3. Intervall wählen: Im Zweifel monatlich.
  4. Ausführungstag setzen: Kurz nach Gehaltseingang, sofern wählbar.
  5. Referenzkonto/Deckung klären: Dauerauftrag vom Girokonto aufs Verrechnungskonto einrichten oder – wo verfügbar – Lastschrift aktivieren.
  6. Bestätigen und Ausführung kontrollieren: Nach der ersten Ausführung einmal prüfen, ob Betrag, ETF und Gebühren stimmen. Danach: laufen lassen.

Anteile werden bei Sparplänen übrigens als Bruchstücke gekauft – deine Rate wird immer voll investiert, unabhängig vom Kurs des ETFs.

FAQ: ETF-Sparplan in Österreich

Kann ich meinen Sparplan jederzeit pausieren oder ändern?

Ja. Sparpläne sind keine Verträge mit Bindungsfrist – du kannst Rate, Intervall und ETF jederzeit ändern, pausieren oder löschen. Bereits gekaufte Anteile bleiben einfach im Depot liegen. Bei DADAT sind zwei Änderungen pro Monat gratis, weitere kosten 2,50 €; bei den meisten anderen Brokern sind Änderungen kostenlos.

Was passiert steuerlich mit meinem Sparplan?

Bei einem steuereinfachen Broker läuft alles automatisch: 27,5 % KESt auf Ausschüttungen, ausschüttungsgleiche Erträge und spätere Verkaufsgewinne werden direkt abgeführt und sind endbesteuert. Bei nicht steuereinfachen Brokern musst du jährlich selbst per E1kv erklären. Überschlagen kannst du deine KESt auf kestrechner.at.

Ist ein Sparplan besser als eine Einmalanlage?

Statistisch war früh investiertes Geld historisch meist im Vorteil, weil Märkte öfter steigen als fallen. Der Sparplan gewinnt aber in der Praxis: Er verteilt das Einstiegsrisiko, passt zum monatlichen Gehalt und nimmt dir die Timing-Entscheidung ab. Wer beides hat – Erspartes und laufendes Einkommen – kann kombinieren.

Reichen 25 oder 50 € im Monat überhaupt?

Ja, als Start absolut. Entscheidend ist der Zeitraum: Rechne dein Szenario im Sparplan-Rechner durch – über 20 bis 30 Jahre summieren sich auch kleine Raten durch den Zinseszinseffekt beachtlich. Wichtig ist nur, dass die Gebühren zur kleinen Rate passen (Gratis-Sparpläne oder Aktions-ETFs nutzen).

Quellen

Welcher Broker passt zu deiner Sparrate?

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