etfdepot.at

StartBroker-Tests › Erste Bank George

Erste Bank George im Test 2026: Selfinvest macht die Filialbank zum Neobroker

Mit dem Selfinvest-Relaunch im Mai 2026 hat die Erste Bank ihr Depot radikal umgebaut: 0 € Depotführung bis 50.000 €, Sparpläne um 1 € statt 1,99 % und Bruchstückhandel – direkt in der George-App. Wir haben nachgerechnet, wo der Haken liegt.

Stand: Juli 2026
8,4/ 10

Kurzurteil: Das Selfinvest-Depot in George ist die größte positive Überraschung des Jahres unter Österreichs Bankdepots. Steuereinfach, 0 € Depotgebühr bis 50.000 € „ein Leben lang", 1-€-Sparpläne, Bruchstückhandel – und eine echte Filialbank dahinter. Abzüge gibt es für die teure Devisenprovision (min. 13,89 €), die vor allem USD-Dividenden trifft, und für Ordergebühren, die über dem Neobroker-Niveau liegen.

Stärken

  • 0 € Depotführungsentgelt bis 50.000 € Depotwert – laut Erste Bank „ein Leben lang"
  • ETF-Sparpläne um 1,00 € Fixpreis je Ausführung (vor Mai 2026: 1,99 % der Rate!)
  • Bruchstückhandel und Kauf per Wunschbetrag, Mindestsparrate nur 10 €
  • Riesiges Universum: 26.500+ Aktien, 3.000+ ETFs, 164 Krypto-ETPs
  • ✓ steuereinfach – KESt, Verlustausgleich und Fondsmeldungen erledigt die Bank
  • Filialnetz und persönliche Beratung als Ergänzung zur App

Schwächen

  • Devisenprovision min. 13,89 € – frisst kleine USD-Ausschüttungen weitgehend auf
  • Orders teurer als bei Neobrokern: 2.000 € Xetra ≈ 9,67 €
  • Über 50.000 € Depotwert fallen 0,216 % p. a. inkl. USt an
  • „Nur" ~200 sparplanfähige ETFs – weniger als bei Flatex oder Trade Republic

Konditionen im Überblick

Depotgebühr0 € bis 50.000 € Depotwert („ein Leben lang"); darüber 0,216 % p. a. inkl. USt
Order 2.000 € (Xetra)≈ 9,67 € (3,99 € + 0,19 % + Fremdspesen); Wiener Börse ≈ 9,34 €
ETF-Sparplan1,00 € Fixpreis je Ausführung, ~200 sparplanfähige ETFs
Mindestrate10 €, Intervalle monatlich bis jährlich
Steuereinfach✓ ja
EinlagensicherungÖsterreich: Einlagensicherung AUSTRIA (ESA) bis 100.000 €; Wertpapiere Sondervermögen

Gebühren im Detail

Seit dem Selfinvest-Relaunch am 4. Mai 2026 gilt: 0 € Depotführungsentgelt bis 50.000 € Depotwert – und zwar nicht als befristete Aktion, sondern laut Erste Bank „ein Leben lang". Darüber werden 0,216 % p. a. inkl. USt fällig (0,015 % pro Monat zzgl. 20 % USt). Ob dieser Satz nur auf den übersteigenden Teil oder das Gesamtdepot berechnet wird, war zum Testzeitpunkt nicht abschließend verifizierbar – bei Depots deutlich über 50.000 € lohnt ein Blick ins aktuelle Aushangdokument. Das Verrechnungskonto kostet 0 €, ein Verwahrentgelt gibt es nicht.

Beim Handel gilt online via George: 3,99 € Grundgebühr + 0,19 % vom Volumen plus börsenabhängige Fremdspesen, ohne separates Minimum. Eine 2.000-€-ETF-Order über Xetra kommt so auf rund 9,67 €, über die Wiener Börse auf etwa 9,34 €. Vieltrader zahlen ab 15 Trades pro Monat 0,15 % statt 0,19 %. Das ist fair für eine Filialbank, aber klar teurer als die 1-€-Order von Trade Republic – der Unterschied summiert sich, wie unser Kostenvergleichs-Rechner zeigt.

Der große Haken – Devisenprovision: Für Fremdwährungsumsätze verlangt die Erste Bank mindestens 13,89 € (bis 5.500 €, darüber 0,20 %). Eine USD-Quartalsdividende von z. B. 20 $ wird dadurch weitgehend aufgezehrt. Wer ausschüttende US-Titel oder ETFs mit USD-Ausschüttung hält, sollte das einpreisen – EUR-Ausschüttungen sind dagegen gebührenfrei. Für reine Sparplan-Anleger mit thesaurierenden EUR-ETFs ist der Punkt praktisch irrelevant.

ETF-Sparplan: von 1,99 % auf 1 € – ein Quantensprung

Vor dem Relaunch kostete der Wertpapier-Sparplan happige 1,99 % der Rate. Seit Mai 2026 gilt ein Fixpreis von 1,00 € je Sparplan-Ausführung – bei ETFs ohne Ausgabeaufschläge oder Verkaufsgebühren (TER und Spreads fallen wie überall zusätzlich an). Rund 200 ETFs sind sparplanfähig, insgesamt über 500 Titel. Die Mindestrate liegt bei nur 10 €, Intervalle sind von monatlich bis jährlich wählbar, jederzeit anpassbar oder aussetzbar. Dank Bruchstückhandel wird die volle Rate investiert.

Zur Einordnung: Bei 100 € Monatsrate entspricht 1 € genau 1 % Kaufkosten – mehr als die 0-€-Aktions-Sparpläne von Flatex oder DADAT, aber ein Bruchteil der früheren Konditionen. Bei höheren Raten schrumpft der Fixpreis relativ schnell. Was das langfristig ausmacht, kannst du im Sparplan-Rechner durchspielen. Bonus: Bis 31.12.2026 gibt es 30 € Investment-Bonus (KESt-frei) für den ersten Wertpapier-Sparplan ab 10 € Monatsrate sowie 1 % Depotübertrag-Bonus für Überträge über 50.000 € (max. 500 €). Wie du einen Sparplan grundsätzlich aufsetzt, erklärt unser Guide ETF-Sparplan einrichten.

Steuern: KESt-Handling

Die Erste Bank ist als österreichische Bank naturgemäß steuereinfach: Sie zieht die 27,5 % KESt auf Kursgewinne, Dividenden und ausschüttungsgleiche Erträge automatisch ab und führt sie ans Finanzamt ab. Mit dem KESt-Abzug ist die Steuerpflicht endbesteuert – keine E1kv, keine Fristen, kein manuelles Nachrechnen von Meldefonds-Daten.

Österreich-Vorteil: Auch den Verlustausgleich erledigt die Bank automatisch – Kursverluste werden innerhalb des Depots im Kalenderjahr gegen Kursgewinne und Dividenden verrechnet (nicht gegen Sparbuchzinsen, kein Vortrag ins Folgejahr). Was dir die KESt konkret kostet, kannst du mit dem KESt-Rechner durchrechnen; die Grundlagen erklärt unser Guide ETF-Steuern in Österreich.

Sicherheit & Einlagensicherung

Das Verrechnungskonto ist über die österreichische Einlagensicherung AUSTRIA (ESA) bis 100.000 € pro Kunde geschützt, dazu greift die Anlegerentschädigung bis 20.000 €. Deine ETFs und Aktien sind ohnehin Sondervermögen und fallen im Insolvenzfall nicht in die Konkursmasse. Dazu kommt, was kein Neobroker bietet: eine systemrelevante Großbank mit Filialnetz und persönlicher Beratung als Ergänzung zur App – für viele der entscheidende Wohlfühlfaktor.

Für wen geeignet?

Selfinvest passt für alle, die Neobroker-nahe Konditionen wollen, ohne auf eine österreichische Filialbank zu verzichten: ETF-Sparer mit thesaurierenden EUR-ETFs, George-Nutzer, die Konto und Depot in einer App bündeln, und Einsteiger, die Beratung als Rückfallebene schätzen. Für unter 27-Jährige ist das s Young Depot mit 0 € bis 25.000 € Depotwert attraktiv – auch als Thema für unseren Guide Depot für Kinder & Junge. Wer dagegen viele US-Dividendentitel hält, zahlt über die Devisenprovision drauf; wer maximale Sparplan-Auswahl zum Nulltarif sucht, fährt mit Flatex oder Trade Republic günstiger. Den Gesamtüberblick liefert unser Depot-Vergleich.

Häufige Fragen

Ist das Selfinvest-Depot der Erste Bank steuereinfach?

Ja. Die Erste Bank zieht die 27,5 % KESt automatisch ab, erledigt den Verlustausgleich im Depot und verarbeitet die OeKB-Fondsmeldungen. Eine Steuererklärung für die Depoterträge ist nicht nötig. Mehr dazu: Was heißt steuereinfach?

Was kostet ein ETF-Sparplan bei George?

Seit Mai 2026 pauschal 1,00 € je Ausführung – unabhängig von der Rate (vorher 1,99 % der Rate). Mindestrate 10 €, rund 200 sparplanfähige ETFs, Bruchstückhandel inklusive.

Bleibt das Depot wirklich dauerhaft gratis?

Die Erste Bank bewirbt die 0 € Depotführung bis 50.000 € Depotwert ausdrücklich mit „ein Leben lang" – also nicht als befristete Aktion. Über 50.000 € fallen 0,216 % p. a. inkl. USt an; ob nur auf den übersteigenden Teil, war nicht abschließend verifizierbar.

Wo ist der Haken bei US-Aktien und USD-ETFs?

Bei der Devisenprovision: mindestens 13,89 € pro Fremdwährungsumsatz (bis 5.500 €, darüber 0,20 %). Kleine USD-Dividenden werden dadurch weitgehend aufgefressen. EUR-Ausschüttungen sind gebührenfrei – thesaurierende EUR-ETFs umgehen das Problem komplett.

Quellen

Wie schlägt sich George gegen die Konkurrenz?

Alle steuereinfachen Broker mit echten Gesamtkosten im direkten Vergleich – neutral und mit Stand-Datum.

Zum Depot-Vergleich →