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Scalable Capital im Test 2026: Günstig, aber (noch) nicht steuereinfach

0,99-€-Orders über gettex, gratis ETF-Sparpläne und ein kostenloser KPMG-Steuerreport – Scalable Capital ist für österreichische Anleger einer der günstigsten Broker. Der große Haken: Die KESt musst du derzeit noch selbst abführen.

Stand: Juli 2026
8,2/ 10

Kurzurteil: Scalable Capital kombiniert sehr niedrige Kosten mit einem riesigen Sparplan-Angebot und ist der einzige nicht steuereinfache Broker in unserem Vergleich mit einem konkreten, öffentlich kommunizierten Fahrplan zur Steuereinfachheit für Österreich. Bis es so weit ist, gilt aber: ✗ nicht steuereinfach – du musst deine Erträge selbst per E1kv erklären, immerhin unterstützt durch einen kostenlosen KPMG-Steuerreport.

Stärken

  • Orders ab 0,99 € über gettex, mit Prime+ (4,99 €/Monat) Trades ab 250 € sogar ohne Ordergebühr
  • Alle rund 1.920 ETF-Sparpläne ohne Ausführungsgebühr, Mindestrate 1 €
  • Kostenloser österreichischer KPMG-Steuerreport als Hilfe für die Steuererklärung
  • Erklärtes Ziel, bis Ende 2026 steuereinfach für Österreich zu werden (FMA-Registrierung erfolgt)
  • Keine Depotgebühr, Cash-Verzinsung 2,25 % p.a. bis 50.000 € im Free Broker (variabel)

Schwächen

  • Derzeit nicht steuereinfach: KESt-Selbstveranlagung per E1kv nötig
  • Der KPMG-Report für 2025 war Anfang Juni 2026 noch ausständig (nur Zwischenreport 1.1.–7.12.2025)
  • Kein fixer Starttermin für die Steuereinfachheit – nur eine Absichtserklärung
  • Xetra-Orders mit ~5,49 € deutlich teurer als gettex
  • Laufende Umstellung auf die eigene Bank-Infrastruktur („neues Scalable") betrifft auch AT-Kunden

Konditionen im Überblick

Depotgebühr0 € (Free Broker)
Order ~2.000 € (gettex)0,99 €
ETF-Sparplan0 € Ausführungsgebühr, ca. 1.920 ETFs
Mindestrate1 €
Steuereinfach✗ nein (angekündigt „bis Ende 2026", ohne Termin)
EinlagensicherungDeutschland: Verrechnungsgeld u. a. bei der Deutschen Bank (100.000 € gesetzlich), Wertpapiere bei der Baader Bank (BaFin-Aufsicht)

Gebühren im Detail

Im kostenlosen Free Broker zahlst du 0,99 € je Order über gettex – für eine 2.000-€-ETF-Order ist das einer der günstigsten Wege am Markt. Über Xetra wird es spürbar teurer: ca. 3,99 € plus 0,01 % Handelsplatzentgelt (mindestens 1,50 €), in Summe rund 5,49 €. Für die meisten ETF-Käufe kannst du dir Xetra aber sparen.

Wer sehr aktiv handelt, kann auf Prime+ um 4,99 € pro Monat upgraden: Damit entfällt die Ordergebühr über gettex bei Trades ab 250 € komplett. Rechne kurz nach: Das Abo lohnt sich erst, wenn du regelmäßig mehr als fünf Orders pro Monat platzierst – für reine Sparplan-Anleger ist es unnötig, weil Sparpläne ohnehin gratis sind. Eine Depotgebühr gibt es nicht, und auf unverzinstem Cash bleibst du auch nicht sitzen: Der Free Broker verzinst Guthaben mit 2,25 % p.a. bis 50.000 € (variabel, Stand der Quelle 2026). Wie sich Ordergebühren langfristig auswirken, kannst du im Kostenvergleichsrechner durchspielen.

ETF-Sparplan

Beim Sparplan-Angebot spielt Scalable ganz vorne mit: Rund 1.920 ETFs sind sparplanfähig, alle ohne Ausführungsgebühr, ab einer Mindestrate von nur 1 €. Damit eignet sich der Broker auch für kleine monatliche Raten, bei denen fixe Ordergebühren prozentual stark ins Gewicht fallen würden. Wie du einen Sparplan sinnvoll aufsetzt, erklärt unser Guide ETF-Sparplan einrichten; was aus deiner Rate langfristig werden kann, zeigt der Sparplanrechner. Einen Überblick über alle Anbieter liefert der Sparplan-Vergleich.

Steuern: KESt-Handling

Hier liegt der entscheidende Unterschied zu österreichischen Anbietern wie flatex oder DADAT: Scalable Capital ist nicht steuereinfach. Die 27,5 % KESt auf Kursgewinne, Dividenden und Fondserträge werden nicht automatisch abgeführt (Stand Juli 2026).

Was „nicht steuereinfach" für dich konkret bedeutet: Du musst alle Kapitalerträge selbst über das Formular E1kv (Beilage zur Einkommensteuererklärung) ans Finanzamt melden – Frist grundsätzlich 30.4. (Papier) bzw. 30.6. (FinanzOnline) des Folgejahres. Das betrifft nicht nur realisierte Kursgewinne und Dividenden, sondern auch die ausschüttungsgleichen Erträge (agE) thesaurierender Meldefonds: Sie werden jährlich mit 27,5 % besteuert, auch wenn du nichts verkauft hast, und erhöhen im Gegenzug deine steuerlichen Anschaffungskosten. Die nötigen Werte findest du in der OeKB-Fondsliste (my.oekb.at). Auch den Verlustausgleich innerhalb des Kalenderjahres musst du selbst rechnen – eine steuereinfache Bank würde das automatisch erledigen. Details im Guide ETF-Steuern in Österreich, zum Nachrechnen: kestrechner.at.

Immerhin: Scalable stellt AT-Kunden einen kostenlosen österreichischen KPMG-Steuerreport zur Verfügung, der die Selbstveranlagung deutlich erleichtert. Ganz rund lief das zuletzt aber nicht – der Report für das Steuerjahr 2025 war Anfang Juni 2026 noch ausständig, verfügbar war nur ein Zwischenreport für den Zeitraum 1.1. bis 7.12.2025. Wer seine Erklärung früh abgeben will, muss hier Geduld mitbringen.

Der Ausblick ist dennoch spannend: Scalable hält am Ziel fest, bis Ende 2026 steuereinfach für Österreich zu werden. Die FMA-Registrierung ist bereits erfolgt, einen verbindlichen Starttermin gibt es allerdings nicht. Solange die Umstellung nicht live ist, solltest du so planen, als bliebe alles beim Status quo – was Steuereinfachheit im Detail bedeutet, liest du im Guide Steuereinfacher Broker.

Sicherheit & Einlagensicherung

Scalable stellt derzeit auf eine eigene Bank-Infrastruktur um („neues Scalable") – die Migration läuft auch für Kunden in Österreich. Bisher liegt das Verrechnungsgeld u. a. bei der Deutschen Bank und fällt unter die gesetzliche deutsche Einlagensicherung bis 100.000 €; die Wertpapierverwahrung übernimmt die Baader Bank unter BaFin-Aufsicht. Deine ETFs sind ohnehin Sondervermögen und von einer Broker-Pleite getrennt. Bei der laufenden Umstellung lohnt es sich, die Mitteilungen des Brokers im Blick zu behalten. Falls du später zu einer österreichischen Bank wechseln willst: Beachte die Meldepflichten beim Depotübertrag von ausländischen Brokern.

Für wen geeignet?

Scalable Capital passt zu dir, wenn du maximal günstig per Sparplan oder Einzelorder investieren willst und bereit bist, dafür einmal im Jahr die E1kv auszufüllen – mit dem KPMG-Report ist das machbar, aber eben Arbeit. Wer sich mit den Meldefonds-Regeln gar nicht beschäftigen will, fährt mit einem steuereinfachen Broker wie Trade Republic oder George entspannter. Sollte Scalable die angekündigte Steuereinfachheit tatsächlich umsetzen, würde das die Karten neu mischen – versprochen ist es noch nicht. Alle Alternativen findest du im Depot-Vergleich.

FAQ

Ist Scalable Capital in Österreich steuereinfach?

Nein, Stand Juli 2026 nicht. Die KESt wird nicht automatisch abgeführt; du musst deine Erträge selbst per E1kv erklären. Scalable hat angekündigt, bis Ende 2026 steuereinfach für Österreich werden zu wollen – die FMA-Registrierung ist erfolgt, ein Starttermin steht aber nicht fest.

Was kostet eine ETF-Order bei Scalable Capital?

Über gettex 0,99 € je Order im Free Broker. Mit dem Prime+-Abo (4,99 €/Monat) entfällt die Ordergebühr über gettex bei Trades ab 250 €. Xetra kostet rund 5,49 € (3,99 € plus Handelsplatzentgelt) und lohnt sich für ETF-Käufe selten.

Hilft mir der KPMG-Steuerreport bei der Steuererklärung?

Ja, der kostenlose österreichische KPMG-Report bereitet deine Erträge nach KESt-Logik auf und erleichtert das Ausfüllen der E1kv erheblich. Verlass dich aber nicht auf frühe Verfügbarkeit: Der Report für 2025 war Anfang Juni 2026 noch ausständig.

Wie sicher ist mein Geld bei Scalable Capital?

ETFs und Aktien sind Sondervermögen. Das Verrechnungsgeld liegt u. a. bei der Deutschen Bank (gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €), die Wertpapierverwahrung erfolgt über die Baader Bank unter BaFin-Aufsicht. Aktuell läuft die Umstellung auf Scalables eigene Bank-Infrastruktur.

Quellen

Scalable mit steuereinfachen Brokern vergleichen?

Im Depot-Vergleich siehst du auf einen Blick, was dich der Steuer-Komfort österreichischer Anbieter kostet.

Zum Depot-Vergleich →