Konditionen im Überblick
| Depotgebühr | 0 € bis 250.000 € Depotwert (darüber 0,2 % p.a., min. 10 €/Monat) |
|---|---|
| Order ~2.000 € | 0 € Kommission (bis 100.000 € Monatsumsatz); Spread als indirekte Kosten |
| ETF-Sparplan | 0 € Ausführungskosten, ca. 1.350 ETFs |
| Mindestrate | 15 € |
| Steuereinfach | ✗ nein – kein AT-Report nach KESt-Logik |
| Einlagensicherung | Polen (KDPW): 100 % bis 3.000 €, darüber 90 % bis ~22.000 € |
Gebühren im Detail
Die Schlagzeile stimmt: Bis 100.000 € Monatsumsatz handelst du Aktien und ETFs bei XTB ohne Kommission; erst darüber fallen 0,2 % (min. 10 €) an – eine Grenze, die Privatanleger selten reißen. Gehandelt wird an 16 internationalen Börsen, die Wiener Börse ist nicht dabei.
„Kommissionsfrei" heißt aber nicht kostenlos: Der Spread zwischen An- und Verkaufskurs ist die indirekte Gebühr, und bei ETFs, die nicht in Euro notieren, kommen 0,5 % Währungsumrechnung dazu – bei einer 2.000-€-Order immerhin 10 €. Wer nur EUR-notierte UCITS-ETFs kauft, umgeht die FX-Gebühr. Die Depotführung ist bis 250.000 € Depotwert gratis, darüber werden 0,2 % p.a. (min. 10 €/Monat) fällig. Die frühere Inaktivitätsgebühr (10 €/Monat nach 365 Tagen ohne Aktivität) wurde laut Broker-Test bis Juni 2026 geführt und ist inzwischen gestrichen. Beim Cash gibt es eine Neukunden-Aktion: 3,5 % p.a. für 90 Tage bis 100.000 € (Stand 07/2026); danach liegt der Bestandskunden-Zins nur noch bei rund 0,9 % p.a. (variabel). Was Spreads und FX-Gebühren langfristig ausmachen, kannst du im Kostenvergleichsrechner gegenrechnen.
ETF-Sparplan
Rund 1.350 ETFs lassen sich per Sparplan ohne Ausführungskosten besparen – auch hier gilt: Spread und gegebenenfalls FX-Gebühr beachten. Die Mindestrate von 15 € ist etwas höher als bei Scalable Capital oder Trading 212 (je 1 €), für die meisten Sparer aber unkritisch. Wie du den passenden ETF und die richtige Rate findest, zeigen der Guide ETF-Sparplan einrichten und der Sparplanrechner; das gesamte Anbieterfeld steht im Sparplan-Vergleich.
Steuern: KESt-Handling
XTB hat keine österreichische Niederlassung und ist nicht steuereinfach: Die 27,5 % KESt werden nicht automatisch abgeführt. XTB stellt zwar eine jährliche Steuerbescheinigung bzw. einen Report bereit – aber keinen Report nach österreichischer KESt-Logik. Anders als der KPMG-Report von Scalable hilft dir das Dokument also nur begrenzt: Die Umrechnung in die österreichischen Bemessungsgrundlagen bleibt an dir hängen.
Was „nicht steuereinfach" bei XTB konkret bedeutet: Du musst alle Kapitalerträge selbst über das Formular E1kv (Beilage zur Einkommensteuererklärung) erklären – Frist grundsätzlich 30.4. (Papier) bzw. 30.6. (FinanzOnline) des Folgejahres. Dazu zählen neben realisierten Kursgewinnen und Ausschüttungen auch die ausschüttungsgleichen Erträge (agE) thesaurierender Meldefonds: Sie werden jedes Jahr mit 27,5 % besteuert, auch ohne Verkauf, und erhöhen im Gegenzug deine steuerlichen Anschaffungskosten. Die Werte holst du dir aus der OeKB-Fondsliste (my.oekb.at) – kaufe möglichst nur Meldefonds, sonst droht die nachteilige Pauschalbesteuerung. Auch der Verlustausgleich innerhalb des Kalenderjahres läuft nicht automatisch. Grundlagen findest du im Guide ETF-Steuern in Österreich, nachrechnen kannst du mit kestrechner.at.
Sicherheit & Einlagensicherung
XTB ist ein polnischer Broker – und das spürt man bei der Sicherung: Über das nationale Entschädigungssystem (KDPW) sind Guthaben zu 100 % nur bis 3.000 € gedeckt, darüber zu 90 % bis rund 22.000 €. Das liegt unter dem EU-Standardniveau von 100.000 € gesetzlicher Einlagensicherung, das du von banklizenzierten Anbietern kennst. Wertpapiere selbst sind als Sondervermögen von einer Broker-Pleite getrennt – größere Cash-Beträge solltest du bei XTB trotzdem nicht dauerhaft parken, Zins-Aktion hin oder her.
Eine österreichische Besonderheit ist die Kontoeröffnung: Die Legitimierung funktioniert für Österreicher nur per Post-Ident, Video-Ident wird in AT nicht angeboten – der Weg zur Postfiliale gehört also dazu.
Für wen geeignet?
XTB passt zu kostenbewussten Anlegern, die EUR-notierte ETFs kommissionsfrei handeln oder gratis besparen wollen und die jährliche E1kv-Selbstveranlagung ohne Broker-Hilfe nicht scheut. Wem der Steueraufwand zu viel ist, der findet unter den steuereinfachen Anbietern wie Trade Republic, flatex oder DADAT die bequemere Lösung – was Steuereinfachheit genau bedeutet, erklärt der Guide Steuereinfacher Broker. Den Gesamtüberblick liefert der Depot-Vergleich.
FAQ
Ist XTB in Österreich steuereinfach?
Nein. XTB führt keine österreichische KESt ab und liefert keinen Steuerreport nach KESt-Logik. Du musst alle Erträge – inklusive ausschüttungsgleicher Erträge deiner thesaurierenden Fonds – selbst per E1kv erklären.
Ist der Handel bei XTB wirklich kostenlos?
Die Kommission ist bis 100.000 € Monatsumsatz 0 € (darüber 0,2 %, min. 10 €). Indirekt zahlst du über den Spread, und bei Nicht-EUR-ETFs kommen 0,5 % Währungsumrechnung dazu. Wer EUR-notierte ETFs wählt, vermeidet die FX-Gebühr.
Wie sicher ist mein Geld bei XTB?
Wertpapiere sind Sondervermögen. Cash-Guthaben sichert das polnische Entschädigungssystem (KDPW) zu 100 % nur bis 3.000 €, darüber zu 90 % bis rund 22.000 € – weniger als die 100.000 € EU-Einlagensicherung bei Banken.
Wie eröffne ich als Österreicher ein XTB-Konto?
Die Legitimierung ist in Österreich nur per Post-Ident möglich, Video-Ident bietet XTB für AT-Kunden nicht an. Du musst den Identifikationscoupon also in einer Postfiliale vorlegen.