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XTB im Test 2026: 0-€-Kommission mit Haken

Beim polnischen Broker XTB handelst du Aktien und ETFs bis 100.000 € Monatsumsatz ohne Kommission und besparst rund 1.350 ETFs gratis ab 15 €. Dafür zahlst du an anderer Stelle: Spread, 0,5 % Währungsgebühr – und die KESt musst du selbst erklären.

Stand: Juli 2026
7,4/ 10

Kurzurteil: XTB lockt mit echten 0-€-Kommissionen und einem großen Gratis-Sparplan-Angebot. Aber die Kosten verstecken sich im Spread und in der 0,5-%-Währungsumrechnung, die Cash-Sicherung liegt unter EU-Standardniveau, und vor allem: ✗ nicht steuereinfach – XTB liefert nicht einmal einen Steuerreport nach österreichischer KESt-Logik. Die E1kv-Selbstveranlagung liegt komplett bei dir.

Stärken

  • 0 € Kommission für Aktien/ETFs bis 100.000 € Monatsumsatz
  • Rund 1.350 ETF-Sparpläne ohne Ausführungskosten, Mindestrate 15 €
  • Keine Depotgebühr bis 250.000 € Depotwert; Inaktivitätsgebühr gestrichen
  • Handel an 16 internationalen Börsen
  • Attraktive Neukunden-Verzinsung: 3,5 % p.a. für 90 Tage bis 100.000 € (Aktion 07/2026)

Schwächen

  • Nicht steuereinfach und kein AT-Steuerreport nach KESt-Logik – volle E1kv-Selbstveranlagung
  • Indirekte Kosten über Spread plus 0,5 % Währungsumrechnung bei Nicht-EUR-ETFs
  • Polnische Sicherung: 100 % nur bis 3.000 €, darüber 90 % bis ~22.000 €
  • Legitimierung für Österreicher nur per Post-Ident (kein Video-Ident in AT)
  • Keine Wiener Börse; Bestandskunden-Zins nur ~0,9 % p.a. (variabel)

Konditionen im Überblick

Depotgebühr0 € bis 250.000 € Depotwert (darüber 0,2 % p.a., min. 10 €/Monat)
Order ~2.000 €0 € Kommission (bis 100.000 € Monatsumsatz); Spread als indirekte Kosten
ETF-Sparplan0 € Ausführungskosten, ca. 1.350 ETFs
Mindestrate15 €
Steuereinfach✗ nein – kein AT-Report nach KESt-Logik
EinlagensicherungPolen (KDPW): 100 % bis 3.000 €, darüber 90 % bis ~22.000 €

Gebühren im Detail

Die Schlagzeile stimmt: Bis 100.000 € Monatsumsatz handelst du Aktien und ETFs bei XTB ohne Kommission; erst darüber fallen 0,2 % (min. 10 €) an – eine Grenze, die Privatanleger selten reißen. Gehandelt wird an 16 internationalen Börsen, die Wiener Börse ist nicht dabei.

„Kommissionsfrei" heißt aber nicht kostenlos: Der Spread zwischen An- und Verkaufskurs ist die indirekte Gebühr, und bei ETFs, die nicht in Euro notieren, kommen 0,5 % Währungsumrechnung dazu – bei einer 2.000-€-Order immerhin 10 €. Wer nur EUR-notierte UCITS-ETFs kauft, umgeht die FX-Gebühr. Die Depotführung ist bis 250.000 € Depotwert gratis, darüber werden 0,2 % p.a. (min. 10 €/Monat) fällig. Die frühere Inaktivitätsgebühr (10 €/Monat nach 365 Tagen ohne Aktivität) wurde laut Broker-Test bis Juni 2026 geführt und ist inzwischen gestrichen. Beim Cash gibt es eine Neukunden-Aktion: 3,5 % p.a. für 90 Tage bis 100.000 € (Stand 07/2026); danach liegt der Bestandskunden-Zins nur noch bei rund 0,9 % p.a. (variabel). Was Spreads und FX-Gebühren langfristig ausmachen, kannst du im Kostenvergleichsrechner gegenrechnen.

ETF-Sparplan

Rund 1.350 ETFs lassen sich per Sparplan ohne Ausführungskosten besparen – auch hier gilt: Spread und gegebenenfalls FX-Gebühr beachten. Die Mindestrate von 15 € ist etwas höher als bei Scalable Capital oder Trading 212 (je 1 €), für die meisten Sparer aber unkritisch. Wie du den passenden ETF und die richtige Rate findest, zeigen der Guide ETF-Sparplan einrichten und der Sparplanrechner; das gesamte Anbieterfeld steht im Sparplan-Vergleich.

Steuern: KESt-Handling

XTB hat keine österreichische Niederlassung und ist nicht steuereinfach: Die 27,5 % KESt werden nicht automatisch abgeführt. XTB stellt zwar eine jährliche Steuerbescheinigung bzw. einen Report bereit – aber keinen Report nach österreichischer KESt-Logik. Anders als der KPMG-Report von Scalable hilft dir das Dokument also nur begrenzt: Die Umrechnung in die österreichischen Bemessungsgrundlagen bleibt an dir hängen.

Was „nicht steuereinfach" bei XTB konkret bedeutet: Du musst alle Kapitalerträge selbst über das Formular E1kv (Beilage zur Einkommensteuererklärung) erklären – Frist grundsätzlich 30.4. (Papier) bzw. 30.6. (FinanzOnline) des Folgejahres. Dazu zählen neben realisierten Kursgewinnen und Ausschüttungen auch die ausschüttungsgleichen Erträge (agE) thesaurierender Meldefonds: Sie werden jedes Jahr mit 27,5 % besteuert, auch ohne Verkauf, und erhöhen im Gegenzug deine steuerlichen Anschaffungskosten. Die Werte holst du dir aus der OeKB-Fondsliste (my.oekb.at) – kaufe möglichst nur Meldefonds, sonst droht die nachteilige Pauschalbesteuerung. Auch der Verlustausgleich innerhalb des Kalenderjahres läuft nicht automatisch. Grundlagen findest du im Guide ETF-Steuern in Österreich, nachrechnen kannst du mit kestrechner.at.

Sicherheit & Einlagensicherung

XTB ist ein polnischer Broker – und das spürt man bei der Sicherung: Über das nationale Entschädigungssystem (KDPW) sind Guthaben zu 100 % nur bis 3.000 € gedeckt, darüber zu 90 % bis rund 22.000 €. Das liegt unter dem EU-Standardniveau von 100.000 € gesetzlicher Einlagensicherung, das du von banklizenzierten Anbietern kennst. Wertpapiere selbst sind als Sondervermögen von einer Broker-Pleite getrennt – größere Cash-Beträge solltest du bei XTB trotzdem nicht dauerhaft parken, Zins-Aktion hin oder her.

Eine österreichische Besonderheit ist die Kontoeröffnung: Die Legitimierung funktioniert für Österreicher nur per Post-Ident, Video-Ident wird in AT nicht angeboten – der Weg zur Postfiliale gehört also dazu.

Für wen geeignet?

XTB passt zu kostenbewussten Anlegern, die EUR-notierte ETFs kommissionsfrei handeln oder gratis besparen wollen und die jährliche E1kv-Selbstveranlagung ohne Broker-Hilfe nicht scheut. Wem der Steueraufwand zu viel ist, der findet unter den steuereinfachen Anbietern wie Trade Republic, flatex oder DADAT die bequemere Lösung – was Steuereinfachheit genau bedeutet, erklärt der Guide Steuereinfacher Broker. Den Gesamtüberblick liefert der Depot-Vergleich.

FAQ

Ist XTB in Österreich steuereinfach?

Nein. XTB führt keine österreichische KESt ab und liefert keinen Steuerreport nach KESt-Logik. Du musst alle Erträge – inklusive ausschüttungsgleicher Erträge deiner thesaurierenden Fonds – selbst per E1kv erklären.

Ist der Handel bei XTB wirklich kostenlos?

Die Kommission ist bis 100.000 € Monatsumsatz 0 € (darüber 0,2 %, min. 10 €). Indirekt zahlst du über den Spread, und bei Nicht-EUR-ETFs kommen 0,5 % Währungsumrechnung dazu. Wer EUR-notierte ETFs wählt, vermeidet die FX-Gebühr.

Wie sicher ist mein Geld bei XTB?

Wertpapiere sind Sondervermögen. Cash-Guthaben sichert das polnische Entschädigungssystem (KDPW) zu 100 % nur bis 3.000 €, darüber zu 90 % bis rund 22.000 € – weniger als die 100.000 € EU-Einlagensicherung bei Banken.

Wie eröffne ich als Österreicher ein XTB-Konto?

Die Legitimierung ist in Österreich nur per Post-Ident möglich, Video-Ident bietet XTB für AT-Kunden nicht an. Du musst den Identifikationscoupon also in einer Postfiliale vorlegen.

Quellen

0-€-Kommission gegen Steuer-Komfort abwägen?

Im Depot-Vergleich siehst du alle Gebühren und das KESt-Handling der Broker auf einen Blick.

Zum Depot-Vergleich →