Konditionen im Überblick
| Depotgebühr | 0 € |
|---|---|
| Order ~2.000 € (EUR-ETF) | 0 € (0,15 % FX nur bei Währungsumrechnung) |
| ETF-Sparplan | 0 € (Pies/AutoInvest), über 1.600 ETFs, Bruchstücke |
| Mindestrate | 1 € |
| Steuereinfach | ✗ nein – nur in Deutschland, für AT nicht geplant |
| Einlagensicherung | Zypern: Investor Compensation Fund (ICF), max. 20.000 € |
Gebühren im Detail
Trading 212 ist konsequent gratis: 0 € Ordergebühr an 14 Handelsplätzen, keine Depotgebühr, keine Sparplankosten. Die Ausführung läuft u. a. über Interactive Brokers und BNY Mellon – wer den Profi-Broker direkt nutzen will, findet unseren Test unter Interactive Brokers. Einzige nennenswerte Handelsgebühr ist die Währungsumrechnung von 0,15 %, die nur bei Nicht-EUR-Trades anfällt; ein EUR-ETF-Kauf um 2.000 € kostet effektiv 0 €.
Auf nicht investiertes Cash zahlt Trading 212 rund 2,2–2,5 % p.a. (EUR, variabel) – wobei Teile des Guthabens in Geldmarktfonds gehalten werden, zeitweise gab es zusätzlich Cashback-Aktionen von 2 %. Neukunden werden seit 2025 übrigens der deutschen Niederlassung zugeordnet. Wie viel dir ein komplett gebührenfreier Broker gegenüber Fixkosten-Anbietern wirklich bringt, zeigt der Kostenvergleichsrechner.
ETF-Sparplan: Pies & AutoInvest
Statt klassischer Sparpläne baust du bei Trading 212 „Pies": Du stellst dir ein Portfolio aus mehreren ETFs mit Wunschgewichtung zusammen, und AutoInvest bespart es automatisch – ab 1 €, gebührenfrei und mit Bruchstücken. Sparplanfähig sind laut broker-test.at über 1.600 ETFs (je nach Quelle werden auch deutlich höhere Zahlen genannt). Das Pie-Konzept ist gerade für Einsteiger charmant, weil Rebalancing und Gewichtung in einem Werkzeug stecken. Grundlagen findest du im Guide ETF-Sparplan einrichten, Zinseszins-Szenarien im Sparplanrechner, Alternativen im Sparplan-Vergleich.
Steuern: KESt-Handling
Jetzt zum größten Haken: Trading 212 wurde 2026 zwar in Deutschland steuereinfach – davon profitierst du als österreichischer Anleger aber gar nicht. Eine automatische österreichische KESt-Abfuhr gibt es nicht, und laut broker-test.at ist für Österreich kurz- bis mittelfristig auch keine steuereinfache Lösung geplant. Anders als bei Scalable Capital (KPMG-Report, angekündigte Steuereinfachheit) fehlt hier sogar ein AT-Steuerreport komplett.
Was „nicht steuereinfach" bei Trading 212 konkret bedeutet: Du musst sämtliche Kapitalerträge selbst über das Formular E1kv (Beilage zur Einkommensteuererklärung) ans Finanzamt melden – Frist grundsätzlich 30.4. (Papier) bzw. 30.6. (FinanzOnline) des Folgejahres. Das umfasst realisierte Kursgewinne, Dividenden, die Zinsen auf dein Cash und sogar Cashback-Gutschriften – und vor allem die ausschüttungsgleichen Erträge (agE) thesaurierender Meldefonds: Sie werden jährlich mit 27,5 % besteuert, auch ohne Verkauf, und erhöhen dafür deine steuerlichen Anschaffungskosten. Die Fondswerte findest du in der OeKB-Liste (my.oekb.at); halte dich an Meldefonds, sonst droht die nachteilige Pauschalbesteuerung. Verlustausgleich im Kalenderjahr? Musst du ebenfalls selbst rechnen. Grundlagen im Guide ETF-Steuern in Österreich, zum Nachrechnen: kestrechner.at.
Gerade beim „Alles-gratis"-Broker geht dieser Aufwand gern unter: Die Ordergebühren, die du sparst, bezahlst du mit Zeit (oder Steuerberater-Honorar) im Frühjahr. Was ein steuereinfacher Broker stattdessen automatisch erledigt, liest du im Guide Steuereinfacher Broker.
Sicherheit & Einlagensicherung
Die Sicherungsarchitektur ist zypriotisch: Im Entschädigungsfall greift der Investor Compensation Fund (ICF) mit maximal 20.000 € – deutlich unter den 100.000 € gesetzlicher Einlagensicherung einer Bank. Verwahrt wird über Sammelkonten ohne eigene IBAN. Wertpapiere sind als Sondervermögen grundsätzlich von einer Broker-Pleite getrennt; für große Cash-Bestände ist Trading 212 trotz Verzinsung nicht der richtige Parkplatz, zumal Teile des Cash in Geldmarktfonds gehalten werden.
Achtung, Depotübertrag: Überträge von und zu Trading 212 sind teils nicht möglich – dann bleibt nur verkaufen und beim neuen Broker neu kaufen, was Kursgewinne KESt-pflichtig realisiert. Und denk daran: Beim Übertrag von einem ausländischen Broker musst du den Vorgang selbst binnen eines Monats dem Finanzamt melden. Details im Guide Depotübertrag.
Für wen geeignet?
Trading 212 eignet sich für kostenbewusste Anleger, die mit kleinen Raten flexibel investieren wollen, die E1kv-Selbstveranlagung ohne jede Broker-Hilfe stemmen – und die ihre Position notfalls verkaufen statt übertragen können. Für alle, die einfach nur langfristig und sorgenfrei einen ETF besparen wollen, sind steuereinfache Anbieter wie Trade Republic, flatex oder DADAT die entspanntere Wahl. Den Überblick über alle zehn getesteten Broker gibt der Depot-Vergleich; typische Stolperfallen zeigt der Guide Anfängerfehler.
FAQ
Ist Trading 212 in Österreich steuereinfach?
Nein. Trading 212 ist 2026 nur in Deutschland steuereinfach geworden; für Österreich ist laut broker-test.at kurz- bis mittelfristig keine steuereinfache Lösung geplant. Du musst alle Erträge – inklusive ausschüttungsgleicher Erträge, Zinsen und Cashback – selbst per E1kv erklären.
Was kostet Trading 212 wirklich?
Ordergebühren, Depotführung und Sparpläne kosten 0 €. Bei Währungsumrechnung fallen 0,15 % FX-Gebühr an; ein EUR-ETF-Kauf um 2.000 € kostet effektiv nichts. Die eigentlichen „Kosten" sind der Steuer-Selbstveranlagungsaufwand für AT-Kunden.
Wie funktionieren Pies und AutoInvest?
Ein „Pie" ist ein selbst zusammengestelltes Portfolio aus mehreren ETFs mit Wunschgewichtung. AutoInvest bespart es automatisch ab 1 € pro Ausführung, gebührenfrei und mit Bruchstücken – sparplanfähig sind über 1.600 ETFs.
Kann ich mein Depot von Trading 212 zu einer anderen Bank übertragen?
Nicht immer – Depotüberträge sind teils nicht möglich. Dann bleibt nur Verkauf und Neukauf, wobei realisierte Kursgewinne KESt-pflichtig werden. Das solltest du vor der Kontoeröffnung einkalkulieren.