Kurzurteil: Bankqualität top, ETF-Konditionen schwach. bankdirekt.at punktet mit österreichischer Raiffeisen-Sicherung, steuereinfacher Abwicklung und großem Fondsangebot mit Rabatten. Aber: Der ETF-Sparplan kostet gesamt rund 2,2 % der Rate, die Auswahl umfasst nur ~18 ETFs, die Mindestrate liegt bei 100 € – und Xetra gilt als Auslandsbörse (17,05 € je 2.000-€-Order). Für reine ETF-Sparer ist das selten die erste Wahl.
Stärken
- Raiffeisenlandesbank OÖ als solide österreichische Bank dahinter
- ✓ steuereinfach – KESt, Verlustausgleich und Fondsmeldungen automatisch
- Österreichische Einlagensicherung (Raiffeisen-Sicherungseinrichtung, 100.000 €)
- Wiener Börse fair bepreist: 2.000-€-Order ≈ 9,05 €, keine gesonderten Fremdspesen
- Über 2.500 Fonds mit bis zu 60 % Rabatt aufs Serviceentgelt
- Starke Neukundenaktion: 3 Monate 1-€-Trades, Depot gratis bis Ende 2028, 75 € Startbonus
Schwächen
- ETF-Sparplan gesamt ca. 2,2 % der Rate – bei 100 € Rate rund 2,20 € pro Ausführung, dauerhaft
- Nur ~18 sparplanfähige ETFs (iShares, Vanguard, Xtrackers, Franklin)
- Mindestsparrate 100 € – Einstieg mit Kleinbeträgen unmöglich
- Xetra gilt als Auslandsbörse: 2.000-€-Order ≈ 17,05 €
- Depotgebühr regulär 0,12 % p. a. inkl. USt (min. 5,93 € je Position)
Konditionen im Überblick
| Depotgebühr | 0,10 % p. a. zzgl. 20 % USt = effektiv 0,12 % (min. 5,93 €/Position inkl. USt); Neukundenaktion 01.05.–30.09.2026: gebührenfrei bis 31.12.2028; Verrechnungskonto 0–20,76 €/Jahr |
|---|---|
| Order 2.000 € (Xetra) | ≈ 17,05 € (Auslandsbörse!); Wiener Börse ≈ 9,05 € |
| ETF-Sparplan | 1,90 % Serviceentgelt + Handelsortentgelt ≈ 2,2 % gesamt; nur ~18 ETFs |
| Mindestrate | 100 €; monatlich bis jährlich (Ausführung am 5.), Bruchstücke möglich |
| Steuereinfach | ✓ ja |
| Einlagensicherung | Österreich: Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen bis 100.000 €; Wertpapiere Sondervermögen |
Gebühren im Detail
Die Depotgebühr beträgt 0,10 % p. a. vom Kurswert, mindestens 4,94 € pro Position, jeweils zzgl. 20 % USt – effektiv also 0,12 % bzw. mindestens 5,93 € je Position inkl. USt, quartalsweise abgerechnet. Eine generelle Befreiung durch Trades oder Sparpläne gibt es nicht mehr; nur die Neukundenaktion (Eröffnung 01.05.–30.09.2026) stellt das Depot bis 31.12.2028 gebührenfrei. Das Verrechnungskonto kostet 0–20,76 €/Jahr und ist ab 10.000 € Depotwert oder mindestens einer Order pro Monat gratis.
Beim Handel trennt bankdirekt.at streng nach Inland und Ausland – und Xetra Frankfurt zählt als Auslandsbörse: 9,95 € Basisgebühr + 0,155 % vom Kurswert + Handelsortentgelt inkl. Fremdspesen (0,10 %, min. 4,00 €) ergeben rund 17,05 € für eine 2.000-€-ETF-Order. Die Wiener Börse ist mit 5,95 € + 0,155 % ≈ 9,05 € (ohne gesonderte Fremdspesen) deutlich fairer – nur ist die ETF-Liquidität in Wien begrenzt. Orders außerhalb von Mein ELBA kosten 10 € Zuschlag. Zum Vergleich: Flatex rechnet dieselbe Xetra-Order mit 7,88 € ab, Trade Republic mit 1 € (LS Exchange). Was das über Jahre ausmacht, zeigt der Kostenvergleichs-Rechner. Wer Realtime-Kurse will, zahlt extra: Wien 4 €/Monat, Xetra 17 €/Monat. Ein Depotübertrag zu einer anderen Bank kostet 30 € pro Position zzgl. USt – mehr dazu im Guide Depotübertrag.
ETF-Sparplan: das eigentliche Problem
Hier muss man ehrlich sein: Der ETF/ETC-Sparplan kostet 1,90 % Serviceentgelt vom Orderwert (ohne Mindestgebühr) plus Handelsortentgelt inkl. Fremdspesen – laut broker-test.at gesamt rund 2,2 % der Rate. Bei der Mindestrate von 100 € sind das etwa 2,20 € pro Ausführung, und zwar prozentual bei jeder Rate, dauerhaft, ohne Aktions-ETFs. Zum Vergleich: Trade Republic führt Sparpläne um 0 € aus, Flatex um 1,50 € (600+ Aktions-ETFs gratis), die Erste Bank um 1 € fix. Dazu kommt die winzige Auswahl von nur 17–18 sparplanfähigen ETFs (iShares, Vanguard, Xtrackers, Franklin – je nach Quelle und Stand). Immerhin: Intervalle von monatlich bis jährlich (Ausführung am 5.) und Bruchstücke sind möglich.
Rechenbeispiel: Bei 200 € Monatsrate zahlst du rund 4,40 € pro Ausführung – etwa 53 € im Jahr, Jahr für Jahr. Über Jahrzehnte kostet das spürbar Rendite, wie du im Sparplan-Rechner nachvollziehen kannst. Für reine ETF-Sparer ist bankdirekt.at damit selten die erste Wahl – der Sparplan-Vergleich zeigt die günstigeren Alternativen.
Steuern: KESt-Handling
Steuerlich gibt es nichts zu meckern: bankdirekt.at ist als österreichische Bank steuereinfach. Die 27,5 % KESt auf Kursgewinne, Dividenden und ausschüttungsgleiche Erträge wird automatisch abgezogen und abgeführt, der Verlustausgleich im Depot läuft ebenfalls automatisch – alles endbesteuert, keine E1kv. Grundlagen dazu in den Guides ETF-Steuern in Österreich und steuereinfacher Broker.
Österreich-Detail: Auch thesaurierende Meldefonds werden korrekt abgewickelt – die Bank versteuert die jährlichen OeKB-Meldungen und erhöht die Anschaffungskosten. Bei auslandsverwahrten Papieren fällt allerdings eine Inkassoprovision von 0,125 % (min. 1,45 €) zzgl. USt auf Erträge und Tilgungen an – nicht jedoch bei US-Aktien-Dividenden; inländische Ausschüttungen sind gratis. Deine KESt-Belastung kannst du mit dem KESt-Rechner kalkulieren.
Sicherheit & Einlagensicherung
Das ist die Paradedisziplin: Hinter bankdirekt.at steht die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Einlagen auf dem Verrechnungskonto sind über die Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen (gesetzliche Einlagensicherung und Anlegerentschädigung der RLB OÖ) bis 100.000 € pro Kunde geschützt; Wertpapiere sind als Sondervermögen insolvenzgeschützt. Gehandelt wird über Mein ELBA (Web und App) – das vertraute Raiffeisen-Ökosystem.
Für wen geeignet?
bankdirekt.at kann passen, wenn du ohnehin im Raiffeisen-Universum zuhause bist, Wert auf eine österreichische Bank mit AT-Sicherung legst und vor allem klassische Fonds besparst – über 2.500 Fonds gibt es mit bis zu 60 % Rabatt aufs Serviceentgelt. Auch Gelegenheits-Trader an der Wiener Börse fahren mit ≈ 9,05 € je Order ordentlich. Die Neukundenaktion (3 Monate 1-€-Trades, Depot gratis bis Ende 2028, 75 € Startbonus, Übernahme fremder Übertragsspesen bis 1.000 €) versüßt den Einstieg. Wer aber primär einen günstigen, breiten ETF-Sparplan sucht, findet bei Trade Republic, Flatex oder DADAT das klar bessere Angebot – der ehrliche Befund bleibt: ~2,2 % Sparplan-Kosten und ~18 ETFs sind 2026 nicht mehr konkurrenzfähig. Alle Anbieter im Überblick: Depot-Vergleich.
Häufige Fragen
Ist bankdirekt.at steuereinfach?
Ja. Als Marke der Raiffeisenlandesbank OÖ führt bankdirekt.at die 27,5 % KESt automatisch ab, inklusive Verlustausgleich und Verarbeitung der OeKB-Fondsmeldungen. Selbstveranlagung per E1kv ist nicht nötig.
Was kostet der ETF-Sparplan bei bankdirekt.at wirklich?
1,90 % Serviceentgelt vom Orderwert plus Handelsortentgelt inkl. Fremdspesen – gesamt laut broker-test.at rund 2,2 % der Rate. Bei 100 € Mindestrate also etwa 2,20 € pro Ausführung, dauerhaft und ohne Gratis-Aktions-ETFs.
Warum ist Xetra bei bankdirekt.at so teuer?
Xetra Frankfurt gilt im Preisblatt als Auslandsbörse: 9,95 € Basis + 0,155 % + Handelsortentgelt (0,10 %, min. 4 €) ergeben rund 17,05 € für eine 2.000-€-Order. Die Wiener Börse ist mit ≈ 9,05 € deutlich günstiger.
Für wen lohnt sich bankdirekt.at trotzdem?
Für Raiffeisen-Kunden, die eine solide AT-Bank mit österreichischer Sicherung wollen und vor allem klassische Fonds (2.500+ mit bis zu 60 % Rabatt) oder gelegentlich an der Wiener Börse handeln. Für reine ETF-Sparer gibt es günstigere steuereinfache Alternativen.
Quellen
- bankdirekt.at: Konditionen
- broker-test.at: bankdirekt Depot
- broker-test.at: bankdirekt ETF-Sparplan
- bankdirekt.at: ETF-Sparplan
- bankdirekt.at: Neukundenaktion
- Raiffeisen-Einlagensicherung
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