Wer „bestes Depot Österreich" sucht, bekommt meist eine Tabelle mit zehn Brokern und dem Hinweis „kommt darauf an". Stimmt schon – aber hier legen wir uns fest. Grundlage sind unsere zehn ausführlichen Einzeltests, bewertet nach den Kriterien auf unserer Methodik-Seite: Steuereinfachheit zuerst, dann Gebühren, Sparplan-Konditionen und Sicherheit. Alle Zahlen stammen aus den offiziellen Preisverzeichnissen (Stand Juli 2026). Wenn du lieber selbst filterst und sortierst, nimm den Depot-Vergleich – diese Seite hier ist bewusst die Abkürzung mit Meinung.
Gesamtsieger: Trade Republic 🏆 Testsieger 9,2/10
Der beste Broker Österreichs für die meisten ETF-Anleger heißt aktuell Trade Republic. Der Grund ist eine Kombination, die sonst niemand bietet: dauerhaft kostenloses Depot, alle ETF-Sparpläne 0 € schon ab 1 € Rate, Einzelorders für 1 € Fremdkostenpauschale – und seit dem 24.04.2025 volle Steuereinfachheit über die Wiener Zweigniederlassung, inklusive automatischer Abfuhr der 27,5 % KESt und laufendem Verlustausgleich. Dazu gibt es Zinsen auf nicht investiertes Cash (2,25 % p.a., Neukunden-Aktion 3,00 %).
Die Schwächen verschweigen wir nicht: Gehandelt wird ausschließlich über LS Exchange – kein Xetra, keine Wiener Börse –, Kinder- und Gemeinschaftsdepots fehlen, und die Einlagensicherung ist die deutsche, nicht die österreichische. Für Sparplan-Anleger, die zur Kernhandelszeit ordern, wiegen diese Punkte in Summe wenig gegen den Preisvorteil. Wie knapp das Duell mit dem Zweitplatzierten ausgeht, zeigt der direkte Vergleich Trade Republic vs. Flatex.
Bester Allrounder: Flatex Alle Handelsplätze · 8,8/10
Wer keinen Kompromiss beim Handelsplatz eingehen will, ist bei Flatex AT am besten aufgehoben: Xetra, Wiener Börse und außerbörsliche Premiumpartner – dazu Depot- und Cash-Konto dauerhaft 0 €, ohne Bedingungen. Die Sparplan-Palette ist mit rund 1.320 ETFs riesig, über 600 Aktions-ETFs (u. a. Amundi, iShares, Vanguard) laufen ohne Ausführungsgebühr; regulär kostet die Ausführung 1,50 €. Steuereinfach ist Flatex über die österreichische Niederlassung der flatexDEGIRO Bank selbstverständlich auch.
Dass die lange kritisierte Gebühr auf Dividenden und Ausschüttungen zum 01.10.2025 abgeschafft wurde, räumt den größten historischen Kritikpunkt ab. Bleibt der Preis fürs Komplettpaket: Eine 2.000-€-Order kostet über Xetra 7,88 €, an der Wiener Börse 7,70 € – ein Vielfaches der Trade-Republic-Pauschale, dafür eben am Handelsplatz deiner Wahl. Für aktive Anleger mit Xetra-Anspruch ist das aus unserer Sicht der beste Gesamtdeal am Markt.
Beste österreichische Bank: DADAT 🇦🇹 ESA-Sicherung · 8,7/10
Soll es eine Bank mit österreichischer Einlagensicherung und heimischem Support sein, führt an DADAT (Schelhammer Capital Bank) kein Weg vorbei. Das stärkste Argument ist strukturell: Die Depotgebühr wird abgeschafft – Neukunden zahlen sie ab sofort nicht mehr, alle Privatkunden ab 01.01.2027. Damit fällt der klassische Nachteil der Bankdepots gegenüber den Neobrokern weg.
Dazu kommen rund 227 gebührenfreie Aktions-ETF-Sparpläne (Vanguard, Xtrackers, Invesco, Franklin) von insgesamt 314, eine niedrige Mindestrate von 10 € und ein dickes Neukundenpaket mit 1-€-Orders für sechs Monate und bis zu 250 € Übertragsspesen-Erstattung. Reguläre Einzelorders (Wiener Börse rund 7,70 €, Xetra rund 10,50 €, Direkthandel ab 3,50 €) sind teurer als beim Gesamtsieger – dafür bekommst du eine echte österreichische Direktbank, bei der die KESt-Abwicklung per Definition ohne Graubereich läuft.
Beste Filialbank-Alternative: Erste Bank George Selfinvest · 8,4/10
Die Überraschung des Jahres: Mit dem Selfinvest-Relaunch im Mai 2026 hat die Erste Bank ihr George-Depot auf Neobroker-Niveau umgebaut – 0 € Depotgebühr bis 50.000 € Depotwert (laut Erste Bank „ein Leben lang", darüber 0,216 % p.a.), ETF-Sparpläne zum Fixpreis von 1 € statt früher 1,99 % der Rate, Bruchstückhandel und 10 € Mindestrate. Steuereinfach ist die Erste Bank als inländisches Institut ohnehin, die Einlagensicherung ist die österreichische ESA.
Wer eine systemrelevante Großbank mit Filialnetz hinter dem Depot will – als Beratungs-Rückfallebene oder schlicht als Wohlfühlfaktor –, findet nirgends sonst so neobroker-nahe Konditionen. Die Haken: Einzelorders kosten rund 9,34 € (Wien) bzw. 9,67 € (Xetra), und die Devisenprovision von mindestens 13,89 € macht kleine USD-Dividenden unattraktiv. Für Sparplan-Anleger mit thesaurierenden EUR-ETFs spielt beides kaum eine Rolle.
Bester für Profis: Interactive Brokers Größtes Universum · 7,8/10
Für erfahrene Anleger mit großem Depot und internationalem Anspruch ist Interactive Brokers die Referenz: das mit Abstand größte Börsen- und Produktuniversum im Vergleich, Orders im Tiered-Modell ab rund 1,25 € (0,05 %, Mindestgebühr), Recurring Investments mit Bruchstücken ab 1 € – zu institutionellen Konditionen, ohne Depotgebühr.
Steuer-Warnung: Interactive Brokers ist nicht steuereinfach – und liefert anders als Scalable Capital nicht einmal einen österreichischen Steuerreport, sondern nur Activity Statements nach FIFO-Logik. Sämtliche Erträge inklusive der ausschüttungsgleichen Erträge thesaurierender Fonds musst du selbst berechnen und jährlich per Formular E1kv erklären; dazu kommt die auf max. 20.000 € begrenzte irische Anlegerentschädigung fürs Cash. Wer die Selbstveranlagung nicht beherrscht oder auslagern will, wählt besser einen der vier steuereinfachen Sieger oben. Was das im Detail bedeutet: Steuereinfacher Broker erklärt.
Die wichtigsten Kriterien – so haben wir gewichtet
1. Steuereinfach: Das wichtigste Kriterium für Anleger in Österreich. Ein steuereinfacher Broker führt die 27,5 % KESt automatisch ab – Endbesteuerung, kein E1kv-Formular, automatischer Verlustausgleich. Deshalb schaffen es vier steuereinfache Anbieter auf die ersten vier Plätze, und deshalb tragen nicht steuereinfache Billig-Broker bei uns einen Malus.
2. Gebühren: Depotgebühr und Orderkosten für eine realistische 2.000-€-Order inklusive Fremdspesen – keine „ab"-Werbepreise. Kleine Unterschiede summieren sich über Jahre; rechne dein Szenario im Kostenvergleichs-Rechner durch.
3. Sparplan: Ausführungsgebühr, Mindestrate und ETF-Auswahl entscheiden für Sparplan-Anleger mehr als jede Ordergebühr. Die Details aller Anbieter stehen im Sparplan-Vergleich.
4. Sicherheit: ETFs sind überall Sondervermögen – Unterschiede gibt es beim Verrechnungskonto: 100.000 € Einlagensicherung in Österreich (ESA) oder Deutschland (EdB) versus deutlich niedrigere Entschädigungssysteme etwa in Irland oder Zypern.
Die fünf Testsieger im Überblick
| Kategorie | Broker | Note | Depotgebühr | Order ~2.000 € | Sparplan/Ausf. | Steuereinfach |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 🏆 Gesamtsieger | Trade Republic | 9,2 | 0 € | 1,00 € (LS Exchange) | 0 €, ab 1 € | ✓ seit 04/2025 |
| Allrounder | Flatex AT | 8,8 | 0 € | 7,70 € Wien / 7,88 € Xetra | 1,50 €; 600+ Aktions-ETFs 0 € | ✓ ja |
| Österr. Bank | DADAT | 8,7 | 0 € Neukunden, alle ab 2027 | ~7,70 € Wien | 0,75 € + 0,175 %; ~227 Aktions-ETFs 0 € | ✓ ja |
| Filialbank | Erste Bank George | 8,4 | 0 € bis 50.000 € | 9,34 € Wien / 9,67 € Xetra | 1,00 € fix | ✓ ja |
| Profis | Interactive Brokers | 7,8 | 0 € | ~1,25 € (Tiered) | ~1,25 €/Ausführung | ✗ nein |
Du hast deinen Favoriten gefunden? Wie die Eröffnung abläuft – von der Broker-Wahl über VideoIdent bis zur ersten Einzahlung – erklärt Schritt für Schritt unser Guide Depot eröffnen in Österreich.
Häufige Fragen
Welches Depot ist das beste in Österreich?
Für die meisten ETF-Anleger aktuell Trade Republic (Gesamtnote 9,2/10): kostenloses Depot, alle Sparpläne 0 €, 1-€-Orders und seit April 2025 automatische KESt-Abfuhr. Wer alle Handelsplätze braucht, nimmt Flatex; wer eine österreichische Bank will, DADAT oder das Selfinvest-Depot der Erste Bank.
Wer ist der beste Broker für ETF-Sparpläne?
Trade Republic: alle ETF-Sparpläne dauerhaft 0 €, Mindestrate 1 €, rund 2.400 sparplanfähige ETFs. Wer bei einer Bank mit Aktions-ETFs spart, fährt mit Flatex (600+ gratis) oder DADAT (~227 gratis) ebenfalls kostenlos – die Übersicht liefert der Sparplan-Vergleich.
Ist ein billiger ausländischer Broker ohne KESt-Abfuhr eine gute Idee?
Nur wenn du die jährliche Selbstveranlagung per E1kv – inklusive ausschüttungsgleicher Erträge thesaurierender ETFs – beherrschst oder bezahlen willst. Für die meisten Anleger frisst dieser Aufwand den Gebührenvorteil auf. Details: Was steuereinfach bedeutet.
Wie aktuell sind diese Testsieger?
Alle Konditionen stammen aus den offiziellen Preisverzeichnissen der Anbieter mit Stand Juli 2026 und sind in den verlinkten Einzeltests mit Quellen belegt. Ändern sich Konditionen wesentlich, passen wir Bewertung und Kategorien an – das Stand-Datum oben zeigt die letzte Prüfung.
Quellen
- Trade Republic: Preisverzeichnis (AT)
- Flatex AT: Preis-/Leistungsverzeichnis (PDF)
- DADAT: Konditionen
- Erste Bank: Selfinvest
- broker-test.at: Trade Republic ist steuereinfach
- etf.at: DADAT schafft Depotgebühr schrittweise ab
Lieber selbst vergleichen statt Testsieger glauben?
Alle zehn Broker mit Depotgebühr, Orderkosten, Sparplan-Konditionen und Steuereinfach-Status – filterbar und sortierbar.