etfdepot.at

StartBroker-Tests › Trade Republic vs. Flatex

Trade Republic vs. Flatex: Der direkte Vergleich für Österreich 2026

Beide sind steuereinfach, beide führen kein Depotentgelt – und trotzdem trennen Trade Republic und Flatex Welten: 1-€-Orders auf einem einzigen Handelsplatz gegen den Allrounder mit Xetra, Wiener Börse und 600+ Gratis-Aktions-ETFs. Wir stellen die Konditionen Punkt für Punkt gegenüber.

Stand: Juli 2026

Kurzfazit: Trade Republic (Testnote 9,2) ist die günstigere Wahl für ETF-Sparer: alle Sparpläne 0 €, Einzelorders 1 €, Mindestrate 1 € – dafür nur LS Exchange als Handelsplatz. Flatex (Testnote 8,8) punktet mit Xetra, Wiener Börse und außerbörslichem Handel sowie über 600 Aktions-ETF-Sparplänen ohne Ordergebühr, verlangt aber 7,88 € für eine 2.000-€-Order via Xetra. Steuereinfach sind beide – bei den Steuern entscheidet der Vergleich also nicht.

Konditionen im direkten Vergleich

KriteriumTrade RepublicFlatex AT
Depotgebühr0 €, dauerhaft (auch Verrechnungskonto)0 €, dauerhaft (Ausnahmen nur Spezialfälle wie Xetra-Gold)
2.000-€-Order1 € Fremdkostenpauschale (LS Exchange)Xetra: 7,88 €; Wiener Börse: 7,70 €
Sparplan-Kosten0 € – alle ETF-Sparpläne, ohne Aktionslogik1,50 € je Ausführung; 600+ Aktions-ETFs 0 €
Mindestrate1 € (wöchentlich, zweiwöchentlich, monatlich)25 € (monatlich bis jährlich)
ETF-Auswahl (Sparplan)rund 2.400 (Quellen nennen 1.630 bis über 2.400)rund 1.320 (Quellen nennen 1.150 bis 1.320)
Steuereinfach✓ steuereinfach seit 24.04.2025✓ steuereinfach
EinlagensicherungDeutschland (EdB), 100.000 €Deutschland (EdB), 100.000 €
Handelsplätzenur LS ExchangeXetra, Wiener Börse, außerbörsliche Premiumpartner

Gebühren im Detail: 1 € gegen Volumenstaffel

Beim Grundgerüst herrscht Gleichstand: Depot und Verrechnungs- bzw. Cash-Konto sind bei beiden Anbietern dauerhaft kostenlos, ohne Mindestaktivität, ohne Verwahrentgelt. Der Unterschied beginnt bei der ersten Order. Trade Republic verrechnet pauschal 1 € Fremdkostenpauschale pro Order – egal ob du für 100 € oder 20.000 € kaufst. Flatex arbeitet mit einer Volumenstaffel (5,90 € bis 3.500 € Ordervolumen, 9,90 € bis 12.500 €, 19,90 € darüber, jeweils plus Fremdspesen): Eine typische 2.000-€-ETF-Order kostet via Xetra 7,88 €, über die Wiener Börse 7,70 €.

Wer zehnmal im Jahr eine Einzelorder platziert, zahlt bei Flatex also grob 70–80 €, bei Trade Republic 10 €. Über Jahre summiert sich das – durchrechnen kannst du es im Kostenvergleichs-Rechner. Aber der Preisvorteil hat einen Preis: Trade Republic bietet ausschließlich LS Exchange an. Innerhalb der Xetra-Handelszeiten (9:00–17:30 Uhr) sind die Spreads liquider ETFs meist eng; wer abends ordert, zahlt indirekt über den Kurs. Flatex kennt dieses Problem nicht: Xetra, Wiener Börse und außerbörsliche Premiumpartner stehen offen, Zertifikate sind außerbörslich ab 0 € handelbar.

Zwei Punkte noch am Rand: Bei Trade Republic gibt es unlimitiert 2,25 % p.a. Zinsen auf nicht investiertes Cash (seit 17.06.2026; Neukunden-Aktion 3,00 % p.a.), bei Flatex liegt der Guthabenzins bei 0,00 %. Dafür wurde bei Flatex die lange kritisierte Gebühr auf Dividenden und Ausschüttungen zum 01.10.2025 abgeschafft, und Neukunden erhalten 20 Trades ohne Ordergebühr in den ersten 3 Monaten. Bei den Nebenkosten ist Flatex kleinteiliger – etwa 15,90 € pro Position beim Depotübertrag-Ausgang.

ETF-Sparplan: 0 € für alles gegen 600+ Aktions-ETFs

Für Sparplan-Anleger ist die Rechnung bei Trade Republic trivial: Sämtliche ETF-Sparplanausführungen kosten 0 € – dauerhaft, ohne Aktionslogik, ohne Anbieter-Beschränkung. Die Mindestrate liegt bei symbolischen 1 €, ausgeführt wird wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich. Dazu kommt Saveback: 1 % der Umsätze mit der grundgebührfreien Visa-Debitkarte fließt als Sparplan-Einzahlung zurück (max. 15 €/Monat).

Flatex verlangt regulär 1,50 € pro Ausführung und ISIN – bei zwölf Monatsraten also 18 € im Jahr. Entscheidend ist aber die Aktions-Palette: Über 600 Aktions-ETF-Sparpläne laufen ohne Ordergebühr, darunter Produkte von Amundi, DWS, iShares, J.P. Morgan, VanEck, Vanguard und WisdomTree. Ein Standard-Weltportfolio lässt sich damit auch bei Flatex dauerhaft gratis besparen – man muss nur innerhalb der Aktionsliste bleiben. Die Mindestrate ist mit 25 € höher, Ausführung monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich.

Bei der Auswahl liegt Trade Republic mit rund 2.400 sparplanfähigen ETFs vor Flatex mit rund 1.320 – wobei die Zahlen je nach Quelle und Stichtag schwanken und beide Paletten für ein Kern-Portfolio mehr als ausreichen. Wie du deinen Sparplan konkret aufsetzt, zeigt der Guide ETF-Sparplan einrichten; das Endkapital deiner Rate rechnet der Sparplan-Rechner vor. Alle Anbieter nebeneinander findest du im Sparplan-Vergleich.

Steuern: Beide steuereinfach – mit einer Fußnote

Hier gibt es 2026 keinen Sieger mehr: Beide Broker sind steuereinfach. Flatex wickelt die österreichische KESt seit jeher über die Niederlassung Österreich der flatexDEGIRO Bank SE ab; Trade Republic ist seit dem 24.04.2025 über die Wiener Zweigniederlassung steuereinfach. In beiden Fällen heißt das: Die 27,5 % KESt auf Kursgewinne, Dividenden und Fondserträge wird automatisch einbehalten und abgeführt, der Verlustausgleich innerhalb des Depots läuft automatisch, und mit dem Abzug gilt die Endbesteuerung – kein E1kv, keine Fristen.

Österreich-Einordnung: Steuereinfachheit ist gerade bei thesaurierenden Meldefonds viel wert – die jährlichen ausschüttungsgleichen Erträge werden automatisch versteuert und die steuerlichen Anschaffungskosten korrekt angepasst. Eine Fußnote betrifft Trade-Republic-Bestandskunden: Wer schon vor dem 24.04.2025 Kunde war, wurde schrittweise umgestellt und musste den Zeitraum ab 01.01.2025 bis zur individuellen Umstellung noch selbst veranlagen. Deine konkrete KESt kannst du auf kestrechner.at nachrechnen.

Sicherheit: Zweimal deutsche Einlagensicherung

Auch hier mehr Gemeinsamkeit als Unterschied: Hinter beiden Angeboten stehen deutsche Banken unter BaFin-Aufsicht – die Trade Republic Bank GmbH bzw. die flatexDEGIRO Bank SE. Cash-Guthaben sind jeweils über die gesetzliche deutsche Einlagensicherung (EdB) bis 100.000 € geschützt, nicht über die österreichische ESA; wer heimische Sicherung will, landet eher bei DADAT. Wertpapiere sind bei beiden Sondervermögen und bleiben auch im Insolvenzfall dein Eigentum.

Zwei Besonderheiten bei Trade Republic: Nicht investiertes Guthaben liegt teils bei Partnerbanken, teils in Geldmarktfonds – Letztere sind insolvenzgeschützt, fallen aber nicht unter die Einlagensicherung. Und als Antwort auf das EU-Verbot von Payment for Order Flow hat Trade Republic im Jänner 2026 die BaFin-Lizenz für ein eigenes multilaterales Handelssystem (MTF) erhalten; welche Auswirkungen die Umstellung auf die Konditionen hat, ist derzeit offen.

Für wen ist wer besser?

Trade Republic kann die bessere Wahl sein, wenn du… vor allem per Sparplan investierst (0 € für alle ETFs, ab 1 € Rate), Einzelorders möglichst günstig willst (1 €), Zinsen auf dein Cash mitnehmen möchtest und mit LS Exchange als einzigem Handelsplatz leben kannst – Orders am besten in die Kernhandelszeit legen.

Flatex kann die bessere Wahl sein, wenn du… Xetra oder die Wiener Börse ausdrücklich willst, gern außerbörslich handelst, dein Weltportfolio ohnehin aus den 600+ Aktions-ETFs baust oder einen etablierten Allrounder mit voller Handelsplatz-Auswahl bevorzugst. Auch als Umzugsziel ist Flatex attraktiv, weil der Depotübertrag-Eingang kostenlos ist – Details im Guide Depotübertrag.

Wer beides nicht will – deutsche Einlagensicherung, Neobroker-Feeling – schaut sich österreichische Alternativen im Depot-Vergleich an. Einsteigern empfehlen wir vorab ETF kaufen in Österreich und die typischen Anfängerfehler.

Häufige Fragen

Ist Trade Republic oder Flatex besser für ETF-Sparpläne?

Rein bei den Kosten: Trade Republic – alle ETF-Sparpläne sind dauerhaft 0 €, ab 1 € Mindestrate. Bei Flatex kostet die Ausführung regulär 1,50 €, gratis sind die 600+ Aktions-ETFs (u. a. Vanguard, iShares, Amundi). Wer seine Wunsch-ETFs in der Flatex-Aktionsliste findet, spart dort genauso gebührenfrei – nur mit 25 € Mindestrate und ohne wöchentliche Ausführung.

Sind Trade Republic und Flatex beide steuereinfach?

Ja. Flatex führt die 27,5 % KESt über die österreichische Niederlassung automatisch ab, Trade Republic seit 24.04.2025 über die Wiener Zweigniederlassung – jeweils inklusive Verlustausgleich. Bei beiden gilt damit die Endbesteuerung ohne E1kv-Formular.

Was ist der größte Nachteil von Trade Republic gegenüber Flatex?

Der Handelsplatz: Trade Republic bietet nur LS Exchange – kein Xetra, keine Wiener Börse. Außerhalb der Kernhandelszeiten (9:00–17:30 Uhr) weiten sich die Spreads aus. Flatex bietet dagegen alle relevanten Handelsplätze, verlangt dafür aber deutlich höhere Ordergebühren (2.000 € via Xetra: 7,88 €).

Kann ich bei Trade Republic oder Flatex ein Kinderdepot eröffnen?

Bei Trade Republic nicht – Kinder- und Gemeinschaftsdepots gibt es dort nicht. Wenn du für dein Kind investieren willst, findest du passende Anbieter im Guide Depot fürs Kind.

Quellen

Nicht nur zwei, sondern alle Broker vergleichen?

Depotgebühren, Orderkosten und Sparplan-Konditionen aller steuereinfachen Broker Österreichs nebeneinander.

Zum Depot-Vergleich →